· 

Die erste Ausstellung: Kunst:Offen 2023

Die seit 1994 alljährlich zu Pfingsten stattfindende Veranstaltung „Kunst Offen“ gewährt tausenden Besuchern Einblicke in die Arbeit von Künstlern verschiedenster Bereiche. Im Jahr 2023 öffneten über 500 Orte in ganz Mecklenburg-Vorpommern ihre Türen für die Besucher. Einer davon war am 28. und 29. Mai der Naturerlebnispark Gristow der Hansestadt Greifswald – auch eine Premiere, da der Ausstellungsort sonst die Kirche des Dorfes ist. Traditionell wartet eine vielseitige Gemeinschaftsausstellung verschiedener Kunstbereiche in familiärer Atmosphäre auf die Gäste. Aufgrund einer Einladung von Geert-Christoph Seidlein durfte ich an diesem schönen Ort ebenso meine Fotografien ausstellen – eine wiederum ganz persönliche Premiere!

 

Nachdem nun gute zwei Wochen vergangen sind, möchte ich mit dir einen kurzen Blick zurück auf die Veranstaltung und die Planungen im Vorfeld werfen. Falls du selbst eine eigene Ausstellung planst, möchte ich einiges meines Gelernten an dich weitergeben.

 


 

Die Vorbereitungen

 

 

Punkt 1: Die Anzahl der Fotografien

 

Die erste Frage: wie viele Fotos dürfen es denn sein? Wie groß wird die Ausstellungsfläche? Durch den Wechsel des Ausstellungsortes von der Kirche Gristow hin zum Naturerlebnispark war anfangs vieles nicht in Stein gemeißelt. Von zwei bis zwanzig Motiven war gefühlt alles möglich. Die Entscheidung fiel auf fünf Fotografien. Das ist nicht zu wenig und vor allem nicht zu viel: denn so wirkt jedes Foto für sich genommen viel stärker und intensiver. 

 

 

 

Tip 1: Wenn du selbst deine erste Ausstellung planst, überfrachte sie nicht. Weniger ist mehr.

 

 

 

Punkt 2: Die Motive

 

Thematisch konnte ich mich ebenfalls völlig frei bewegen. Einfach nur zusammengewürfelte Motive zu zeigen, kam mir sinnfrei vor. Nach einer Zeit des Nachdenkens kreisten die Gedanken um das Thema „Stille“. Letztlich ist es die vorherrschende Stimmung, in der ich die meisten meiner Motive festhalte. Drei Motive stießen ganz intuitiv hervor, sodass es sich sofort wie der richtige Weg anfühlte. Die anderen wählte ich nach dem Durchforsten des Fotoarchivs aus.

 

 

 

Tip 2: Finde einen roten Faden. Sei dabei spontan: was macht deine Fotografie (thematisch) aus? Höre dabei auf’s Bauchgefühl und zerdenke die Antwort nicht.

 

 

 

Punkt 3: Der Druck

 

Schließlich und endlich mussten die Motive natürlich aufs Papier gebracht werden. Diese Frage ließ sich im Grunde leicht klären: ein hinsichtlich der Qualität verlässlicher Partner ist Saal Digital (unbezahlte Werbung). Das Fuji Silk-Papier war auch gleich das Mittel der Wahl, da es durch die Strukturierung eine gute Haptik bietet und nicht im Licht „verspiegelt“. Vor dem Druck habe ich jedes der fünf Fotos noch darauf geprüft, ob Look und vor allem die Belichtung stimmen. Zu dunkle Prints mit abgesoffenen Bereichen sind für eine Ausstellung absolut unbrauchbar. Außerdem benötigte ich noch Rahmen mit einem einfachen Passepartout für eine dezente Regelmäßigkeit des Looks. Als alles geliefert war, steckte ich die Fotos in die Rahmen – nun wuchs die Vorfreude auf die Ausstellung mehr und mehr!

 

 

 

Tip 3: Erfahrungsgemäß weichen die Darstellung auf dem Monitor und auf Papier gern ein gutes Stück voneinander ab. Lass vor dem eigentlichen Print jedes Motiv probeweise drucken, um böse Überraschungen zu vermeiden.

 

 


 

Der Aufbau

 

 

Am Freitag vor dem Pfingstwochenende wurde die Ausstellung aufgebaut. Ein buntes Gewusel von Malerei, Keramik, Nähkunst, Floristik und Literatur wurde im Hofgebäude des Naturerlebnisparks aufgebaut. Im hinteren Teil – einem kleinen Frühstücksraum – fand ich Quartier. Einerseits waren noch Leitungen an der Wand zu sehen und eine einfache Leuchte hing von der Decke, aber andererseits schien ganz wunderbar die Sonne in das Kabäuschen. Also entschied ich mich dafür. Mit zwei Tischen aus dem Lager des Naturerlebnisparks war flugs eine Ausstellungsfläche errichtet, auf der die Rahmen schnell und einfach Platz fanden. Nun blieb es spannend, wie die Resonanz ab Pfingstsonntag ausfallen würde.

 

 

 

Die Ausstellung

 

 

Die Gemeinschaftsausstellung war sehr gut besucht. Schon von der Eröffnung an gab es einen konstanten Besucherstrom. Jederzeit sah man Menschen, egal ob jung und alt, zwischen den Ausstellungstischen stöbern oder Kaffee und Kuchen vom Buffet genießen. Besonders schön waren dabei die Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen. Sie erstreckten sich über Erinnerungen und Geschichten von Bornholm, über Fotografie im Allgemeinen und Schwarzweißfotografie im Besonderen, Techniken, Kameras, Kunst und noch so vieles mehr. Nebenbei war es sehr schön, mehrere kleine Drucke verkauft zu haben. Zu wissen, dass nun irgendwo die eigenen Fotos an der Wand hängen, macht schlichtweg Freude.

 

Was mir besonders auffiel: Positive Kommentare unter einem Post bei Instagram oder einem Blog sind etwas Tolles und für sich genommen eine Motivation. Die unzähligen positiven, ermutigenden Reaktionen und Rückmeldungen der Besucher in der Realität sind nochmal von einer ganz anderen Intensität. Falls es im Nachgang einer der vielen Gesprächspartner liest: ein ehrlich empfundenes DANKE an dich!

 

 

 

Fazit

 

Ein großer Schritt als Fotograf: das erste Mal raus in die „reale“ Öffentlichkeit. Die Aufregung war rückblickend gar nicht nötig, denn die entspannte und erfahrene Organisation durch die Keramikerin Kerstin Ziesemer, aber auch der anderen Aussteller strahlte Vertrauen aus. Gedanken daran, dass irgendetwas schief gehen könnte, waren spätestens Freitag verschwunden. Und so bleiben nicht die latenten Unsicherheiten im Vorfeld in Erinnerung, sondern der Besuch von Freunden und Familie, die vielen Gespräche mit Besuchern und anderen Künstlern, aber auch die Momente der Ruhe, allein mit Kaffee und Kuchen in der Sonne. Ich freue mich schon auf Kunst: Offen 2024!

 

Bis dahin eine schöne Zeit,

 

Felix

HEIMATLICHT:MV

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0